Seit (über) 70 Jahren wird zwischen Ascherwinkel und Hammer "gekickt":
Turnverein 1861 Oberschönheide + FC Webersberg = FC Schönheide e.V.
Bei der schönsten Nebensache der Welt
Die schönste Nebensache der Welt lockte übers zweite Juli-Wochenende fast 1200 Kickerfreunde in das Schönheider
Waldstadion. Im hintersten Ascherwinkel beging die Gemeinde der Fans, Spieler und Offiziellen den 70. Geburtstag des
vereinsmäßigen Fußballsportes im Ort. In das "Buch, in dem Hunderte mitgeschrieben haben" gewährte zur
Festsitzung am Freitag Abend Wolfgang Rauh, einst aktiver und jetzt passiver Sportsfreund, vor 300 Zuhörern wissenswerte
Einblicke.
Zu kurze Spielfläche moniert
Demnach wurde der organisierte Schönheider Fußball am 9. September 1929 als Riege des örtlichen Turnvereines
1861 ins Leben gerufen. Gründungsväter waren u.a. Paul Fiegert, Walter Hartmann, Erich Pilz und Erich Hunger im
Geräteschuppen auf dem heutigen Betonmischanlagen-Platz. Gästeteams monierten dort stets die zu kurze
Spielfläche. Werner Schädlich schoß den Ball einmal direkt auf die Esse der nahe vorbeifahrenden
"Bimm", deren Lokbesatzung stieg wegen starken Rauchs aus! 1931 schufen "Eishockeyvater"
Wolf Bretschneider, Willy Hartmann und Fritz Lorenz einen zweiten Fußballclub im Dorf als FC Webersberg, später
FC Schönheide. Deren Sportplatz: Die "Wabersbarg-Höh".
Gegen Oberligateams und "Westelfs"
Anno 1948 bließ Fußball-Legende Herbert Reimann mit Egon Brückner, Kurt Krauß und Heinrich Hähnel
zum Neuanfang als Sport-Gemeinschaft Einheit Schönheide. Gleichzeitig wurde mit dem Bau des "Stadion des
Friedens" (heute: Waldstadion) begonnen, dessen Einweihung es 1951 gab. Kicker wie Fritz Fröhlich, Siegfried
Händel, Horst Häcker, Werner Mothes, Heinz Lenk, Gunter Franke Gottfried Tuchscherer, Werner Oschatz und Kurt
Reinhardt erspielten 1952/53 erstmals den Auer Kreismeistertitel und den Aufstieg in die Karl-Marx-Städter Bezirksklasse
Trainer war Kurt Reinhold aus Zwickau. Als Betriebssportgemeinschaft Aufbau Schönheide gab es danach ein fast
regelmäßiges Auf und Ab zwischen diesen beiden Spielklassen. Parallel dazu blieben Testspiele gegen Oberligateams
von Dynamo Dresden, Wismut Aue oder Lok Leipzig bzw. "Westelfs" aus Donndorf-Eckersdorf und Luhe-Wildenau in
Erinnerung.
In der dritthöchsten DDR-Klasse
In allerbester Erinnerung bleibt die Saison 1980/1981. Mit 28:12 Punkten gelang den Mannen um Konrad und Joachim Krutz,
Hans-Joachim ("Hanser") Männel, Peter Gläß, Gunter Götz, Uwe Zornow, Wolfgang Gallow,
Joachim Herrmann und Bernd Hohmann - gecoacht vom Auer Wolfgang Höll - der Aufstieg in die Bezirksliga. Mit nur 3:37
Punkten gab es bereits ein Jahr später den Abschied aus der dritthöchsten DDR-Spielklasse. Und 1985 mußte die
BSG Aufbau Schönheide auf Kreisspielebene zurück.
Nach Neuaufbau fünf Jugendmannschaften
Der Neuaufbau des FC Schönheide e.V. im geeinten Deutschland wurde von Rolf Lehrer, Klaus Möckel, Konrad Krutz und
Bernd Schönfelder forciert. Fünf Jugendmannschaften stehen ab 1997/98 im Nachwuchs-Spielbetrieb. Die
Männermannschaft unter Wolfgang Höll knüpft an frühere Erfolge an - am 6. Juni 1999 feiern Kicker wie
Ronald Günnel, Olaf Schürer, Steffen Bretschneider, Jan Bäuml, Robby Weiß, Jens Partenfelder,
Andreas Schmidt, Andrè Möckel, Sven Beier, Boris Petzold den Kreisliga-Aufstieg.
Zwei Wochen später wird die A-Jugend erstmals Nachwuchs-Kreispokalsieger. Zwei wertvolle Geschenke für den 160-Mann-Verein!
Zum Jubiläum ein Sieben-Jahrzehnte-Tor
Die ältesten noch aktiven Schönheider Kicker verloren zum Jubiläum gegen die Eibenstocker Oldies 1:2(0:1).
Sehenswert Schönheides Ausgleich durch Gunter Götz unmittelbar nach Wiederanpfiff: Er überraschte den
Gästetorwart, als er noch seine Handschuhe anzog, mit einem spektakulären Heber von der Mittellinie -
ein Sieben-Jahrzehne-Tor.
Eberhard Mädler
|